JENS RICHTER

Chad und ich wurden uns Ende 2008, nur kurz nachdem ich über meine neue Arbeit in die D.R. kam, vorgestellt. Schnell haben wir festgestellt, dass wir viele gemeinsame Interessen und Vorstellungen haben. Welch enormes Potential an unausgeschöpften Möglichkeiten hinsichtlich Vielfalt und Verbesserung der Landnutzung gibt es in der D.R.! Dies müsste doch auch hier wachsen, und jenes auch, und warum geht das woanders und hier nicht, und hat das und das schon mal jemand ausprobiert, und könnte man nicht das und das zusammen machen, und wenn das klappen würde, dann …? Unser besonderes gemeinsames Augenmerk gilt dabei Bäumen, Wald, Agroforst-Systemen.

Schnell habe ich schätzen gelernt, dass bei Doulos nicht nur geredet und geträumt und ansonsten auf Hilfe von außen gewartet, sondern im Rahmen dessen, was gerade möglich ist, gehandelt wird. Dabei herrscht eine Atmosphäre der Kreativität, der Offenheit gegenüber Neuem, und des zwanglosen und hierarchie-freien Austauschs. Es werden Dinge ausprobiert, die innovativ oder zumindest ungewöhnlich im hiesigen Umfeld sind - und die auch mal nicht erfolgreich sein können. Das klingt eigentlich normal und selbstverständlich. Ist es in vielen Ländern aber nicht. Man sieht in Spirit Mountain Kaffee und Bäume, Bienen und Fische gedeihen. Aber es wachsen dort eben auch andere Dinge, Dinge, die man nicht anfassen kann.

Es ist toll, 2012 in Spirit Mountain zu stehen und zurückzudenken – wie hat es hier noch vor nur 3 Jahren ausgesehen? Es gab viel weniger Wege, und überhaupt keine beschilderten Pfade, keine Mountainbike-Trails, keine Teiche, keine Hütten im Camp, keine Bienen, nur eine winzige provisorische Baumschule, keine Brücken, kein tolles Schild und Eingangstor. Die Grevilleas waren längst nicht so eindrucksvoll, und Mahagoni noch gar nicht gepflanzt. Die Zahl der Aktivitäten, der Schüler und Studenten, der Freiwilligen und Experten, die Spirit Mountain besuchen, hat sich vervielfacht. Es macht Spaß und macht Hoffnung, diese Entwicklung zu verfolgen. Es ist interessant und eine Herausforderung, daran teilzuhaben. Wie wird Spirit Mountain in 10 Jahren aussehen?

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